Nationalpark Hohe Tauern: Wandern von Salzburg aus
Salzburg: Grossglockner High Alpine Road Day Trip
Wie gelangt man von Salzburg in den Nationalpark Hohe Tauern?
Der Park hat mehrere Zugangspunkte innerhalb von 1h15–1h45 von Salzburg: Zell am See und Kaprun für den Kitzsteinhorn-Gletscher, Krimml für die Wasserfälle und die Großglockner Hochalpenstraße für die höchsten Gipfel. Ein Auto ist unerlässlich — die meisten Wanderausgangspunkte sind nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Beste Saison ist Juli–September für Hochalpen-Wanderungen.
Österreichs wildes Herz, erreichbar von Salzburg
Der Nationalpark Hohe Tauern enthält die größte verbliebene Wildnis in den Alpen. Mit 1856 km² erstreckt er sich über drei Bundesländer und beherbergt 246 Gipfel über 3000 m, über 350 Gletscher und einige der wichtigsten Wildtierlebensräume in Mitteleuropa. Das ist keine kuratierte Alpenlandschaft, die rund um touristische Infrastruktur gestaltet wurde — sie ist wirklich groß, teils wirklich abgelegen und wirklich wild.
Für Besucher, die in Salzburg stationiert sind, liegen die nächsten Zugangspunkte des Parks 1h15–1h45 mit dem Auto entfernt. Die wichtigsten Abschnitte, die als Tagesausflüge zugänglich sind: die Großglockner Hochalpenstraße für die Hochgebirgsfahrt und Gletscherbesichtigung, Krimml für Europas höchste Wasserfälle und das Gebiet Zell am See/Kaprun für den Kitzsteinhorn-Gletscher und Reservoirlandschaften.
Dieser Leitfaden behandelt die Park-Übersicht, die besten Tages-Wanderoptionen, den praktischen Zugang von Salzburg und was man realistisch von einem eintägigen Besuch erwarten kann.
Die Geografie des Parks verstehen
Hohe Tauern erstreckt sich ca. 100 km ost-westlich entlang des Zentralkamms der Alpen, unterteilt in eine nördliche und südliche Zone durch den Tauern-Hauptkamm. Der Großglockner (3798 m), Österreichs höchster Gipfel, liegt nahe dem westlichen Ende. Die Krimmler Wasserfälle entwässern die westlichen Gletscher. Das Zeller See-Becken liegt am nördlichen Rand des Parks.
Von Salzburg aus nähert man sich dem Park von Norden. Die A10-Autobahn bildet den Hauptzugangskorridor mit Ausfahrten zu:
- Bruck/Zell am See — für die Großglockner Straße (südlich auf der B107 abbiegen) oder das Zell-am-See-Becken
- Kaprun — für den Kitzsteinhorn-Gletscher und das Kapruner Reservoir
- Mittersill — für den Felbertauern-Tunnel und Zugang zum Parkinneren
- Krimml — über die Pinzgauer Strasse (B165) von Zell am See
Beste Tageswanderungen von Salzburg aus
1. Gamsgrubenweg — Gletscherpfad auf 2470 m
Die beste nicht-technische Wanderung direkt neben einem Hauptgletscher, mit dem Auto über die Großglockner Straße zugänglich (Maut gilt). Von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf 2369 m traversiert der Gamsgrubenweg den Berghang auf ca. 2470 m mit direkten Aussichten über den Pasterze-Gletscher — Österreichs längster Gletscher mit 7,8 km, der jedoch erheblich zurückgeht.
Der Pfad ist ca. 3 km in eine Richtung (gleiche Route zurück) und dauert 1,5–2 Stunden je Richtung. Die Aussichten über den Gletscher auf den Großglockner-Gipfel (3798 m) sind die feinsten im Park für Fußgänger. Keine Spezialausrüstung erforderlich, aber gutes Schuhwerk unerlässlich — der Pfad ist felsig und exponiert.
Zugang: Über die Großglockner Hochalpenstraße (Maut 38 €/Auto), Mai–Oktober geöffnet. Parken bei Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Pendelbusse fahren von der Hauptparkfläche zum Ausgangspunkt.
2. Pinzgauer Spaziergang — Panorama-Kammwanderung über Zell am See
Der Pinzgauer Spaziergang ist eine der klassischen Kammwanderungen in den Salzburger Alpen — ein Pfad, der den Kamm über Zell am See und das Saalachtal mit kontinuierlichen Panoramaaussichten traversiert. Die Vollroute ist ca. 25 km (einfache Richtung, 8–10 Stunden), aber Abschnitte ergeben ausgezeichnete Halbtagsausflüge von den Liftbergstationen über Saalbach oder Zell am See.
Die Aussichten vom Kamm umfassen den Kitzsteinhorn, den Großglockner-Gruppe, das Steinerne Meer Kalksteinplateau und die Berchtesgadener Alpen. Das ist eine anspruchsvollere Wanderung für fitte Wanderer — der Kammabschnitt beinhaltet etwas Exposition und erfordert angemessenes Schuhwerk und Kleidung.
Zugang: Seilbahnen von Zell am See (Schmittenhöhenbahn) oder Saalbach (mehrere Lifte) zum Kamm. Selbstständiges Auto oder Taxi für die Einweg-Route erforderlich.
3. Krimmler Wasserfall-Pfad — die zugänglichste Park-Wanderung
Der Wasserfallweg in Krimml ist die einfachste ganztägige Wanderung im Park, die als Rückreise-Tagesausflug von Salzburg zugänglich ist. Der Pfad folgt dem Ache-Fluss flussaufwärts durch die Sprühzone aller drei Wasserfallstufen (380 m Gesamthöhe) und dauert ca. 1,5 Stunden hinauf und 1 Stunde zurück.
Der Pfad ist gut gepflegt und für Familien mit älteren Kindern geeignet. Die unteren Aussichtspunkte sind mit einem Kinderwagen zugänglich; die oberen Abschnitte erfordern angemessene Fitness. Wasserdichte Schicht empfohlen — der Sprühnebel ist erheblich, besonders im Mai–Juni bei der Schneeschmelzspitze.
Vollständige Details im Krimmler Wasserfälle-Leitfaden.
Zugang: 1h45 von Salzburg mit dem Auto über A10 und B165 Pinzgauer Strasse. Parkplatz in Krimml ca. 5 €.
4. Kapruner Reservoir — Technik und alpine Landschaft
Die Kapruner Hochgebirgsstauseen auf 2040 m verbinden ein bemerkenswertes Werk der Mitte-20.-Jahrhundert-Technik mit echter Hochgebirgslandschaft. Die Staudämme selbst — Mooserboden und Wasserfallboden — sind über eine Kombination aus Elektrobus und Standseilbahn von Kaprun aus zugänglich, und der Dammweg zwischen den beiden Seen bietet leichtes Flachgehen auf großer Höhe mit außergewöhnlichen Aussichten.
Wanderwege setzen sich oberhalb des Reservoirs in den Nationalpark Hohe Tauern fort. Die GlocknerRunde-Streckenschleife ist eine mehrtägige Route; Tageserweiterungen vom Reservoir erreichen Berghütten über 2500 m.
Vollständige Details: Kitzsteinhorn-Gletscher-Leitfaden umfasst den Kapruner Reservoir-Zugang.
Wildtiere im Hohen Tauern
Der Park beherbergt eine Reihe alpiner Wildtiere, die man mit mäßigem Aufwand wirklich sehen kann:
Murmeltiere (Murmeltier): Das zuverlässigste sichtbare Tier im Park. Murmeltiere leben in Kolonien auf Grasabhängen über der Waldgrenze (typischerweise 1800–2600 m) und sind leicht nahe der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und den Kitzsteinhorn-Oberstationen zu sehen. Sie sind in den Morgenstunden am aktivsten. Der Pfeifwarnruf (tatsächlich ziemlich laut) warnt ihre Kolonie vor Gefahr.
Steinböcke (Steinbock): Die wiederangesiedelte Population ist im Hohen Tauern gesund. Steinböcke sind auf felsigem Gelände über 2000 m zu finden. Das Großglockner-Gebiet und der Kamm über Kaprun sind im Sommer zuverlässige Standorte. Sie sind größer als sie auf Fotos erscheinen — erwachsene Männchen wiegen 80–100 kg und haben Hörner bis zu 1 m lang.
Gämsen (Gämse): Zahlreicher als Steinböcke und im gesamten Park zu finden. Oft in kleinen Gruppen an Berghängen in den frühen Morgenstunden zu sehen. Schrecker als Steinböcke.
Steinadler (Steinadler): Im gesamten Park vorhanden. Am sichtbarsten auf Thermiken über Kämmen zu Mittag. Geduld erforderlich — 20 Minuten kreisende Adler auf Thermiken mit dem Fernglas zu scannen, bringt oft Erfolg.
Bartgeier (Bartgeier): In den 1980er Jahren wiederangesiedelt. Die Population im Hohen Tauern ist jetzt selbsterhaltend. Charakteristisches Silhouett (schmale, spitze Flügel) unterscheidet ihn vom Adler. Selten, aber zunehmend zu sehen.
Praktische Planung
Autozugang ist unerlässlich
Im Gegensatz zu den Salzkammergut-Seen (wo einige Buslinien existieren) oder den Salzburger Stadtattraktionen ist der Hohe Tauern ohne Auto wirklich schwierig. Die meisten Wanderausgangspunkte liegen 15–30 Minuten mit dem Auto von der nächsten Stadt entfernt. Öffentliche Busse existieren zwischen Tälern, bedienen aber die meisten Wanderausgangspunkte nicht.
Der Salzburg-mit-oder-ohne-Auto-Leitfaden behandelt Mietoptionen. Für den Hohen Tauern ist ein Auto für mindestens einen Tag der Unterschied zwischen Zugang zum Park oder seiner Beobachtung von der Autobahn aus.
Was anziehen und mitnehmen
Für jede Wanderung über 2000 m in den Alpen:
- Stabile Schuhe mit Knöchelunterstützung (keine Trail-Runner für felsiges Gelände)
- Wind- und Regenjacke (Bergwetter ändert sich innerhalb von Minuten)
- Sonnenschutz — UV-Strahlung auf großer Höhe ist stark; LSF 50 und Sonnenbrille obligatorisch
- Wasser (1–2 Liter für eine Halbtagswanderung)
- Essen — Berghütten (Almhütte/Schutzhaus) sind auf Hauptrouten vorhanden, aber nicht überall
- Navigation — Papierkarte oder Offline-GPS (Mobilfunksignal ist über 2000 m unzuverlässig)
Das Wetter in den Hochalpen ändert sich am schnellsten in den Alpen. Ein klarer Morgen kann im Sommer bis 14:00 Uhr ein Gewitter werden. Die allgemeine Regel: Im Juli und August bis Mittag von exponierten Kämmen herunter sein.
Berghütten
Der Nationalpark hat ein umfangreiches Netz von Schutzhütten (Berghütten) auf Hauptwegen, betrieben vom Österreichischen Alpenverein (ÖAV). Die meisten servieren warme Mahlzeiten und Getränke, und viele bieten Übernachtungsunterkünfte an (Schlafsackliner mitbringen). ÖAV-Mitgliedschaft bietet erhebliche Rabatte auf Übernachtungen.
Wichtige Hütten, die bei Tagesausflügen von Salzburg zugänglich sind:
- Glocknerhaus (2132 m, über Kaiser-Franz-Josefs-Höhe): zu Fuß von der Großglockner Straße zugänglich
- Rudolfshütte (2311 m, über Uttendorf): Basis für Routen zum Weißsee-Gletscher
- Enzingerboden (1480 m, über Uttendorf): niedrigerer Zugangspunkt für das Rudolfshütte-Gebiet
Das ehrliche Bild zum Gletscherrückgang
Jeder Gletscher im Hohen Tauern zieht sich zurück. Die Pasterze — Österreichs größter, sichtbar von der Großglockner Straße — hat im letzten Jahrhundert ca. 3 km Länge verloren und zieht sich weiterhin mit 20–30 Metern pro Jahr zurück. Der Kitzsteinhorn-Gletscher über Kaprun hat seit Beginn der Aufzeichnungen ca. 30% seiner Masse verloren.
Das verändert das Wandererlebnis auf eine Weise, die es wert ist anzuerkennen:
- Der Gamsgrubenweg-Pfad neben der Pasterze führt an Moränenmarkierungen aus den Jahren 1950, 1970, 1990, 2010 vorbei — jede markiert, wo der Gletscher stand. Das freiliegende Gestein und der Schutt zwischen den Daten zeigen Jahrzehnte des Rückgangs auf einen Blick.
- Das Sommergletscherskifahren am Kitzsteinhorn hat sich im Bereich verringert, da das Eis schrumpft.
- Alpenseen entstehen, wo Gletschereis geschmolzen ist — neue Gletscherseen, die es vor 30 Jahren nicht gab.
Das macht den Park nicht weniger wert zu besuchen — es macht es dringlicher. Die Hohe-Tauern-Gletscher sind noch beeindruckend, noch bespielbar, noch sehenswert. Aber der ehrliche Rat ist, früher statt später zu besuchen.
Zugangspunkte des Parks in einem Rundkurs kombinieren
Die drei Hauptzugangspunkte von Salzburg — Großglockner, Krimml und Zell am See/Kaprun — bilden einen natürlichen Rundkurs durch den nördlichen Rand des Parks. Ein 3-tägiger Hohe-Tauern-Rundkurs von Salzburg:
Tag 1: Großglockner Straße Von Salzburg zur Großglockner Mautstraße fahren (1h30 zum Tor). Ganzer Tag auf der Straße einschließlich Edelweißspitze (2571 m), Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und Gamsgrubenweg-Wanderung. Rückkehr nach Salzburg oder Übernachtung im Zell-am-See-Raum.
Tag 2: Zell am See und Kitzsteinhorn Nach Kaprun fahren (1h15 von Salzburg oder 20 Minuten von Zell am See). Morgen auf der Kitzsteinhorn-Gletscher-Seilbahn (3029 m). Nachmittag am Zeller See. Option, das Kapruner Reservoir-System für einen vollen Kapruner Tages-Tag hinzuzufügen.
Tag 3: Krimmler Wasserfälle Von Zell am See westlich auf der B165 nach Krimml fahren (45 Minuten). Ganzer Morgen auf dem Wasserfallweg (3 Stunden Rückfahrt). Nachmittags zurück nach Salzburg fahren (insgesamt 1h45).
Diese Struktur deckt die drei Hauptzonen des Parks ab, ohne gehetzt zu wirken und bietet echte Abwechslung: eine Hochgebirgs-Mautstraße, eine Gletscher-Seilbahn und eine kostenlose Wasserfall-Wanderung.
Mehrtägige Wanderoptionen
Ein einzelner Tag im Hohen Tauern kratzt nur an der Oberfläche. Für Besucher, die eine Woche in Salzburg bleiben oder es mit einer regionalen Rundreise kombinieren, sind mehrtägige Optionen:
GlocknerRunde: Eine 7-tägige Runde um die Großglockner-Gruppe, von der Salzburger Seite nach Kärnten und zurück. Berghütten überall verfügbar. Eine der klassischen Langstreckenrouten in den Ostalpen.
Salzburger Almenweg: Eine tiefere Route durch Almenwiesen (Almen) über die Salzburger Alpen — weniger technisch als die Hohe-Tauern-Hochrouten, deckt aber erhebliche Distanz mit Unterkunft in alpinen Sennereien ab.
Kaprun-Großglockner-Traverse: 3–4 Tage von Kaprun zur Großglockner-Gruppe über Berghütten. Für erfahrene Wanderer geeignet. Führungen verfügbar.
Privater Tagesausflug Zell am See und Kaprun von SalzburgHäufig gestellte Fragen zu Nationalpark Hohe Tauern: Wandern von Salzburg aus
Wie groß ist der Nationalpark Hohe Tauern?
Was ist die beste Wanderung im Hohen Tauern für einen Tagesausflug von Salzburg?
Muss man zahlen, um den Nationalpark Hohe Tauern zu betreten?
Ist Wildtierbeobachtung im Hohen Tauern möglich?
Wann ist die beste Jahreszeit zum Wandern im Hohen Tauern?
Kann man ohne Führer im Hohen Tauern wandern?
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