Nationalpark Hohe Tauern: die größte Wildnis in den Alpen
Die Hohen Tauern umfassen 1.856 km² Gletscher, Gipfel und Wildnis über Salzburg, Tirol und Kärnten. Großglockner, Krimml und Steinböcke — vollständiger
Salzburg: Grossglockner High Alpine Road Day Trip
Auf einen Blick
- Entfernung von Salzburg
- Zugangspunkte ~90–120 km, ~1:30–2 Std.
- Beste Anreise
- Auto — der Park hat keinen einzelnen Eingang; Zugang über B311, B165, B107
- Währung
- Euro (€)
- Hauptattraktion
- Großglockner (3.798 m), Krimmler Wasserfälle, Gletscher, Steinböcke
Das Ausmaß der Hohen Tauern verstehen
Der Nationalpark Hohe Tauern umfasst 1.856 km² — ungefähr 30-mal die Fläche von Manhattan oder für europäischen Vergleich ungefähr zweimal die Größe der Stadt Wien. Es ist der größte Nationalpark in den Alpen und der größte in Österreich. Der Park erstreckt sich über drei österreichische Bundesländer: Salzburg im Norden (der größte Anteil), Tirol im Westen und Kärnten im Süden. Über 300 Gipfel übersteigen 3.000 m innerhalb seiner Grenzen, und der Park hält den höchsten Punkt Österreichs: den Großglockner auf 3.798 m.
Für von Salzburg anreisende Besucher liegt die praktische Bedeutung dieser Größe darin, dass man die Hohen Tauern nicht „erledigen” kann. Man kann durch spezifische Tore eintreten — die Großglockner Hochalpenstraße, die Krimmler Wasserfälle, das Kapruner Gletschersystem über Kaprun — und einen sorgfältig verwalteten Anteil einer riesigen, größtenteils wilden Landschaft erleben. Das Parkinnere erfordert mehrtägige Hüttenwanderungen oder geführtes Klettern, um es richtig zu erschließen.
Dieser Leitfaden deckt ab, was für unabhängige Reisende ohne Bergsteigererfahrung zugänglich ist — was erheblich und wirklich spektakulär ist.
Die Geografie des Parks: drei Bundesländer, drei Charaktere
Salzburger Seite (Pinzgau): Der Hauptbesucher-Korridor ist das obere Salzachtal von Zell am See westwärts nach Krimml. Zell am See und Kaprun liegen am östlichen Rand dieser Zone; Krimmler Wasserfälle liegen am westlichen Ende.
Kärntner Seite (Mölltal): Der südliche Zugang über Heiligenblut gibt Zugang zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und dem Pasterze-Gletscher von Süden. Heiligenblut selbst ist ein wirklich schönes Dorf mit einer bemerkenswerter Gotikkirche.
Tiroler Seite (Iseltal, Virgental): Der Tiroler Abschnitt ist der am wenigsten von Salzburg-basierten Reisenden besuchte aufgrund der Entfernung.
Die fünf wichtigsten Besuchserlebnisse
1. Die Großglockner Hochalpenstraße
Der zugänglichste und meistbesuchte Eingangspunkt in den Park. Die Mautstraße von Ferleiten (Norden) nach Heiligenblut (Süden) verläuft direkt durch den Park, mit Kaiser-Franz-Josefs-Höhe (2.369 m) als zentralem Besuchsziel. Die Pasterze, der längste Gletscher der Ostalpen, ist vom Hauptaussichtspunkt sichtbar und durch einen kurzen Gondel-Abstieg erreichbar.
Eintrittspreis: Maut ca. 38 €/Auto. Geöffnet Mai–Oktober.
Ausführliche Details im Großglockner Hochalpenstraßen-Leitfaden.
2. Krimmler Wasserfälle
Die Krimmler Wasserfälle — 380 m Absturz in drei Stufen — liegen innerhalb der Parkgrenzen auf der Salzburger Seite. Der Wasserfallweg ist eines der besten Halbtagsnatur-Erlebnisse für jedes Fitnessniveau. Eintritt: ca. 7 € pro Erwachsenem.
3. Das Kitzsteinhorn-Gletschersystem über Kaprun
Technisch innerhalb der Parkgrenzen, ist der Gletscher über Kaprun auf 3.029 m der zugänglichste Punkt auf einem aktiven Gletscher in der Region — eine Gondel aus dem Tal bringt einen dorthin. Der Ganzjahresbetrieb (Sommergletscherskifahren) macht es zum einzigen Hochgebirgsgletscher-Erlebnis, das außerhalb der traditionellen Sommersaison verfügbar ist.
4. Talwanderwege
Dutzende markierter Wanderwege erschließen die unteren Alpenzonen des Parks von Talparkplätzen. Der Pinzgauer Spaziergang (Grathöhenweg über Zell am See in Richtung Krimml), die Nationalpark-Almenweg-Wege von Kaprun und der Felbertal-Wanderweg von der Salzburger Seite sind alle ohne technische Ausrüstung zugänglich.
Der Hohe Tauern Wanderführer behandelt diese Routen im Detail, einschließlich Hütte-zu-Hütte-Optionen für mehrtägige Wanderer.
5. Wildbeobachtung
Die Hohen Tauern halten eine der dichtesten Steinbock-Populationen in den Alpen — Ergebnis erfolgreicher Wiedereinführung ab 1959. Aktuelle Population innerhalb des österreichischen Parks auf über 1.000 Tiere geschätzt.
Für Steinbock-Beobachtung: am zuverlässigsten an den Felspartien rund um den Stausee Mooserboden über Kaprun, die Hänge über Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf der Großglocknerstraße und die offenen Bergseiten über der Krimmler Schlucht. Murmeltiere sind im gesamten alpinen Wiesengebiet des Parks vorhanden. Steinadler brüten im Park; das Großglockner-Gebiet hält mehrere Revierpaare. Bartgeier wurden ab 1986 wieder eingeführt.
Die Gletscher: Schönheit und ehrlicher Kontext
Die Hohen Tauern halten ca. 250 Gletscher. Die Pasterze — zugänglich von Kaiser-Franz-Josefs-Höhe — ist die größte, bedeckt ca. 17 km² (ein Wert, der von 24 km² im Jahr 1850 gesunken ist). Der Rückzug über das letzte Jahrhundert ist in Form nackter Felswände unterhalb des aktuellen Gletscherrandes sichtbar, mit Markierungspfosten, die historische Gletscherpositionen von 1860, 1900, 1950 und folgenden Jahrzehnten zeigen.
Für Reisende ist dieser Kontext auf zwei Arten wichtig: praktisch beeinflusst er, was man sieht (die Landschaft auf der Höhe ist teilweise rohe Moräne und nackter Fels), und intellektuell gibt der Besuch eines aktiven Gletschers eine Resonanz jenseits des Tourismus.
Nationalparkregeln: was man wissen muss
Keine Drohnen. Wird aktiv durchgesetzt. Ranger werden Ausrüstung einziehen.
Kein Verlassen der Wege in der Kernzone. Markierte Wege in dieser Zone müssen befolgt werden.
Kein Feuer. Offene Feuer sind im gesamten Park verboten.
Hunde müssen angeleint sein. In Wildschutzgebieten müssen Hunde an der Leine gehalten werden.
Wild-Näherdistanz. Ein 100-m-Näherlimit gilt für Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere und nistende Vögel.
Praktische Besucherinformationen
Nationalparkzentren: Mehrere im gesamten Park. Die nützlichsten für Salzburg-basierte Reisende:
- Nationalparkzentrum Mittersill (Dorf Mittersill auf der B168 zwischen Zell am See und Krimml): gut kuratierte Ausstellungen, kostenloser Eintritt.
- Franz-Josephs-Haus auf Kaiser-Franz-Josefs-Höhe: in den Hauptbesucher-Komplex der Großglocknerstraße integriert, kostenlos.
Parkgebühren: Es gibt keine allgemeine Parkeintrittsgebühr. Man zahlt für spezifische Zugangspunkte: Großglocknerstraßen-Maut (~38 €/Auto), Krimmler Wasserfall-Eintritt (~7 €/Person), Kitzsteinhorn-Gondel (~42 € Nicht-Ski). Alle anderen Zugänge — einschließlich aller Wanderwege — sind kostenlos.
Berghütten (Schutzhütten): Die Parkiütten des Alpenvereins bieten Mahlzeiten und Schlafsaal- oder Zimmerunterkünfte. Halbpension typischerweise 50–75 € pro Person in einem Schlafsaal. Im Juli und August im Voraus buchen.
Im Park herumkommen: die Transportrealität
Die Hohen Tauern haben kein internes öffentliches Verkehrsnetz, das ihre Zugangspunkte verbindet. Ein Auto ist effektiv erforderlich, wenn man mehr als einen Einstiegspunkt an einem Tag besuchen möchte. Die Entfernungen sind handhabbar:
- Zell am See → Krimml: ~45 Minuten
- Zell am See → Großglockner Maut (Ferleiten): ~30 Minuten
- Krimml → Großglockner Maut: ~35 Min. über Mittersill
- Großglockner Maut → Kaprun: ~25 Minuten
Ohne Auto muss jedes dieser Tore als separater Tagesausflug von Salzburg besucht werden.
Reiseprogramm-Vorschläge
Ein Tag von Salzburg aus: Großglockner Hochalpenstraße — das konzentrierteste Eintagespark-Erlebnis.
Zwei Tage: Krimmler Wasserfälle am zweiten Tag (oder kombiniert mit Zell am See und Kaprun). Das Salzburg-Seen-und-Berge-5-Tages-Guide schlägt den vollständigen Rundkurs vor.
Drei bis fünf Tage (Hohe-Tauern-Fokus): Stützpunkt in Zell am See oder Kaprun mit Auto. Tag 1: Kitzsteinhorn-Gletscher. Tag 2: Großglockner. Tag 3: Krimml. Tage 4–5: Wanderungen im Park von Talzugangspunkten.
Die Hohen Tauern und der Hallstatt-Vergleich
Viele Reisende in der Salzburger Region stehen vor einer praktischen Wahl: nach Süden zu den Hohen Tauern (Großglockner, Krimml) oder östlich zum Salzkammergut (Hallstatt, Dachstein). Das sind verschiedene Erlebnistypen. Hallstatt ist ein Dorfserlebnis mit einer dramatischen Seeumgebung und einem Kulturerbe-Blickwinkel; die Hohen Tauern sind reine Wildnis und Geologie auf Höhe.
Wer vier Tage oder mehr in der Salzburger Region hat, sollte beides tun. Wer nur zwei Ausflugstage hat, hängt die Wahl davon ab, was man priorisiert.
Das Kitzsteinhorn: ganzjähriger Zugangspunkt
Das Kitzsteinhorn über Kaprun bietet den einzigen ganzjährigen motorisierten Zugang zu Gletschergelände im Hohe-Tauern-Gebiet. Die Gondel von Kaprun erreicht 3.029 m, oberhalb der typischen Schneegrenze in allen außer den außergewöhnlichsten Sommerjahren. Das macht es einzigartig nützlich für Besucher, die keinen Besuch im Juni-Oktober-Großglockner-Fenster timen können.
Ein Hinweis zu Höhe und körperlicher Vorbereitung
Mehrere Besucherziele in den Hohen Tauern liegen auf 2.000–3.000 m. Die meisten gesunden Erwachsenen erleben bei diesen Höhen keine Höhenkrankheit, aber folgende Effekte sind normal:
- Erhöhte Anstrengung für äquivalenten Aufwand (ca. 10–15 % mehr Anstrengung pro Schritt auf 2.500 m als auf Meereshöhe)
- Erhöhte UV-Exposition (ca. 30 % mehr UV pro 1.000 m Höhengewinn)
- Schneller Temperaturabfall bei Wind oder Schatten
- Erhöhter Flüssigkeitsbedarf
Die praktische Antwort: Sonnenschutz LSF 30+ und eine winddichte Schicht tragen, unabhängig von den Talbedingungen, mehr Wasser trinken als man denkt und das Tempo bei Aufstiegen verlangsamen.
Ökologie des Parks
Die Hohen Tauern enthalten einige der letzten wirklich nicht verwalteten Hochalpen-Ökosysteme in den Alpen. Die sich zurückziehenden Gletscher enthüllen neues Land, das in Echtzeit von Pionierpflanzenarten besiedelt wird: Steinbrech, Silberwurz und schließlich Alpengräser.
Der Park wurde zwischen 1981 und 1992 in Phasen durch Vereinbarungen zwischen den drei Bundesländern — nicht durch ein einzelnes Bundesgesetz — gegründet.
Bartgeier (Gypaetus barbatus) wurden ab 1986 eingeführt und haben eine sich selbst erhaltende Population quer durch die Alpen entwickelt, wobei die Hohen Tauern eines der Kernbrutgebiete sind.
Wetterlagen und Besuchsplanung
Morgens: Im Allgemeinen stabil. Die hohen Pässe sind im Sommer in der Regel von 6:00 bis 11:00 Uhr klar. Das ist das Fenster für beste Sicht auf der Großglocknerstraße.
Nachmittags Konvektion: Von Ende Juni bis August baut sich Thermik auf, von ca. 12:00 Uhr an steigt warme feuchte Luft aus den Tälern auf. Bis 14:00–15:00 Uhr bilden sich Kumulus-Wolken über dem Hauptkamm. Bis 16:00–17:00 Uhr häufig Gewitter.
Beste Strategie: Vor 10:00 Uhr auf Höhe sein, bis 14:00–15:00 Uhr an oder unter der Baumgrenze abstiegbereit.
Das Nationalparkwächter-Programm
Die Hohen Tauern betreiben eines der aktivsten Nationalparkwächter-Programme in Österreich, mit Rangern an Schlüsselbesuchergebieten während der ganzen Sommersaison. Ranger an Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und dem Krimmler Besucherzentrum sprechen Deutsch und meist Englisch.
Mehrere kostenlose geführte Rangerwanderungen starten von den Hauptbesuchergebieten täglich im Juli und August — im offiziellen Nationalpark-Kalender nachsehen.
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